NEAL MORSE - LIFE & TIMES


Label:RADIANT
Jahr:2018
Running Time:51:28
Kategorie: Neuerscheinung
 
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Die Progressive-Ikone Neal Morse (ex-Spock´s Beard) setzt zu neuen Ufern an und reserviert seinen Fans ein neues Album, in den Regalen, des Plattenhändlers ihres Vertrauens. Da sind die Erwartungen himmelhoch. Man sollte jedoch nicht die Bandkonstellation (The Neal Morse Band), mit dem christlichen und musikalischen Gedankengut der Solokarriere verwechseln. Anhänger des Barden wissen wovon ich rede, Neuzugänge sollten erstmal reinhören. Zwölf Songs sind zustande gekommen, wobei die Highlights ganz klar in den ersten sechs Beiträgen stecken. Danach wird es etwas sparsam mit Überfliegern. Gute Poprock-Melodien, mit lasziven Kompositionen, meist im balladesken Gerüst, immer bedacht auf äußerste Harmonie, ist der Mittelpunkt allen was wir hier zu hören kriegen. Dabei spielt die Affinität zu den Beatles eine gravierende Rolle, wie am Track „Good Love Is On The Way“, präzise zu erkennen ist. Mit Streichern und orchestralem Gespiel, wandert man durch die Huldigung von „Joanna“, um im späteren Verlauf das grandiose Gitarren-Balladen Stück „He Died At Home“, zu begrüßen. Der Tiefgang dieser Lyrics ist einfach atemberaubend. Auch wenn hier ein bißchen Bob Dylan und Donovan Flair mitschwingt. Ein kleines wenig 70er-Jahre Spirit, erwacht mit „Selfie In The Square“. Kleine Smokie-Vibes möchte ich mir einbilden. „She´s Changed Her Mind“, ist eine weitere Ballade mit Easy-Listening Flow. Erinnert mich im Refrain an „What If She Knew”, von Ted Poley´s (Danger Danger) Solo-Album “Smile”. Doch dann geht es etwas bergab mit „Wave On The Ocean“, das stark an Paul Simon angelehnt ist. Auch die anschließende Ballade „You And Me And Everything“, hat eher Filler-Status und das ist bei diesem Sänger eher selten der Fall. Der Tralala-Song „Manchester“, macht die Sache nicht besser. Ein absoluter 60s-Style Westcoast-Hippie-Happy-Song.

Ergänzt werden drei Country-Schmonzetten, „Lay Low“, „Old Alabama“ und „If I Only Had A day“. Wobei vorletztere als Duett mit Julie Harrison, eine einmalige Besonderheit ist. Ladies auf Neal Morse-Werken, tauchen eher selten auf. Leider driften die anderen beiden, eben erwähnten Beiträge ins Belanglose. Das ist eher Neal Morse für den kleinen Hunger zwischendurch. Wahrscheinlich wird das Singer/Songwriter Album von den Fans bedingungslos gefeiert werden aber ich hoffe inständig, dass die weiteren Werke wieder kraftvoller in ihrer Substanz werden. Schließlich reden wir hier von einem Weltklasse-Musiker!!!

Note: 8.5 von 10 Punkten
Autor: Steve Burdelak


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