MAYA FADEEVA - CHAMELEON


Label:GLAMJAZZ
Jahr:2018
Running Time:59:35
Kategorie: Neuerscheinung
Non Metal
 
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Wenn die meisten Leute an Jazz denken, verziehen sie die Schnute und reden über wirre Freestyle und Fusionkonstruktionen, die der Normalsterbliche kaum nachvollziehen kann. Das ist im Fall der hübschen und äußerst sympathischen Russin und mittlerweile auch Deutsche Sängerin Maya Fadeeva und ihrem charmanten Solodebüt „Chameleon“ aber komplett anders. Hier geht einem mit jedem weiteren Song das Herz auf. Und das schon allein aufgrund der fröhlichen Stimme, die mehr Euphorie und Sonne versprüht, als man sich Träumen lässt. Hier gibt es Fernweh, Hoffnung, Liebe, Party und jede Menge Sommerlaune. Ich war selten so begeistert von diesem Genre. All das könnte aus dem Vorteil entstanden sein, das Maya recht viel von der Welt gesehen hat, bis sie in Düsseldorf heimisch wurde. Dieser facettenreiche Musik-Mix, kann wohl kaum von der Kö alleine stammen, haha. Somit macht der Albumtitel mehr als Sinn, denn Abwechslung und spannungsgeladene Umsetzung, findet wirklich in jedem der insgesamt vierzehn Beiträge statt. Dabei ist die stimmliche Spannweite bereits beeindruckend. Die junge Lady liegt irgendwo zwischen der verstorbenen Amy Winehouse, der Britin Sophie Ellis-Baxter („Murder On The Dance Floor“) und Nina Persson, von der schwedischen Truppe The Cardigans („Lovefool“). Und immer…und das ist jetzt kein billiger Witz, schwebt etwas Etta James in der Atmosphäre.

Mehr kann man von einer Mischung aus Nu-Jazz, Clubsounds, Reggae und Vintage-Swing nicht erwarten. Doch! Frau Fadeeva präsentiert alles so relaxt, dass einem Angst und Bange für die Konkurrenz wird. Um die musikalische Farbenpracht und den geistigen Horizont der Möglichkeiten zu erweitern, präsentiert Madame den Opener „Let Me Go“, noch mal zum Schluss in zwei weiteren Versionen. Auch das spritzige „Finger Snap“, bekommt als letzter Beitrag einen Remix. Somit addieren sich die Tracks auf siebzehn Hits! Da ist es schön, dass mit „My Coconutnutsong“ auch geschmunzelt werden darf und soll. Einen Mini-Kratzer habe ich zu bemängeln: "Lithium", hat schon eine ganze Menge von Stiltskin´s "Inside". Das ist ganz schön knapp an einer Kopie vorbei. Dennoch, „Chameleon“ ist bislang eines der größten Highlights des Jahres. I love it!

Note: 10 von 10 Punkten
Autor: Steve Burdelak


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