SKULL PIT - SAME


Label:METAL BLADE
Jahr:2018
Running Time:39:00
Kategorie: Neuerscheinung
 
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Skull Pit ist ein ganz neues Projekt, bestehend aus zwei nicht ganz unbekannten Musikern. Zum einen hätten wir, den in New York wohnhaften Exumer-Sänger Mem V. Stein, zum anderen Tatsu Mikami, seines Zeichens Gründer und Bandkopf der japanischen Doom Metal-Band Church Of Misery. Doch hier wird weder teutonischer Thrash Metal zelebriert, noch gibt man sich in irgendeiner Art und Weise dem atmosphärischen Zeitlupen-Sound hin. Die beiden Freunde trennt zwar eine Menge Wasser zwischen den Kontinenten, auf denen sie leben, aber musikalisch hat man durchaus eine gemeinsame Linie gefunden. Das dies im modernen Zeitalter auch ohne ständige Zusammenkunft im Proberaum funktionieren kann, beweisen die beiden Haudegen auf ihrem Erstwerk nur zu gut. Schon beim Auftaktsong „Double Cross“ lässt sich klar erkennen, wohin die musikalische Reise geht. Ein rauher, aber stets auf Melodie bedachter Sound dröhnt da aus den heimischen Boxen und erinnert sofort ein wenig an Motörhead. Danach gibt es mit „Roller“ einen Track, der mich in Bezug auf das Songwriting sogar ein wenig an die jugendliche Unbekümmertheit früherer Venom-Tage erinnert. Einfach ein schön roher und lauter Mischmasch, der in seinen Grundzügen gekonnt die Grenzen zwischen Punk und Metal auflöst. Auch bei „Fire Breather“ bleibt man dieser Linie treu, bevor man mit „Year Of The Dog“ tempomäßig einen Gang zurückschaltet. Hier offenbart man recht leidenschaftlich die Liebe zur New Wave Of British Heavy Metal. Im Grunde genommen hat man damit bereits alle Einflüsse von Skull Pit aufgezählt, denn auch im weiteren Verlauf des Albums gibt es viele Motörhead-Anleihen, einige Punk-Einsprengsel und britischen Frühachtziger Jahre Heavy Metal der Marke Tank, Venom und ganz besonders Warfare. Vielleicht sind gerade letztgenannte nicht jedem Metalhead ein Begriff, aber sie kommen meiner Auffassung nach (zusammen mit Lemmys Kapelle) dem dreckigen und auch gerne mal speedigen Rock´n´Roll Sound von Skull Pit doch mit am Nächsten. Den absoluten Überhit hat man zwar nicht geschrieben und einen Preis für die originellste Band des Planeten gibt es auch nicht, aber dafür hält sich die Qualität der Songs auf einem konstant hohen Level. Die Scheibe macht einfach richtig Spaß, gerade weil sie auch nicht so überproduziert oder aufgeblasen rüberkommt. Hier wird das Augenmerk auf das Wesentliche gerichtet; nämlich die bodenständigen Songs an sich, welche immer angenehm kantig und dennoch melodiös, im leicht nachvollziehbaren Gewand erstrahlen. Mit dem Rose Tattoo Klassiker „All The Lessons“, welcher hier weitaus stürmischer als das Original gezockt wird, schließen die Jungs ihr fetziges Debut Werk ab. Sehr gerne mehr davon!

Note: 8.5 von 10 Punkten
Autor: Dirk Determann


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