METAL CHURCH - DAMNED IF YOU DO


Label:NUCLEAR BLAST
Jahr:2018
Running Time:45:20
Kategorie: Neuerscheinung
 
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Metal Church ist eine Institution, die bereits seit 1984 mehrere hochgradige Klassiker ablieferte. Damit konnten sie sich berechtigterweise einen ansehnlichen Status in der Szene erarbeiten. Besonders die ersten beiden Alben, mit der schon vor dreizehn Jahren verstorbenen Frontsirene David Wayne, stehen bei vielen Metallern extrem hoch im Kurs. Aber auch Nachfolgesänger Mike Howe hat sich mit Meisterwerken wie „Blessing In Disguise“, „The Human Factor“ und „Hanging In The Balance“, in die Herzen und Köpfe der Fans gesungen. Seit dem letzten Album „XI“, ist genau dieser Ausnahmesänger wieder mit an Bord, was rundherum für viel Euphorie sorgte. Musikalisch hatte sich im Vergleich zu den alten Zeiten kaum etwas verändert. An die Glanztaten von damals konnte man dennoch nicht ganz heranreichen. Irgendwie fühlte es sich aber trotzdem wieder viel mehr nach Metal Church an. Nun also der zweite Streich der neuzeitlichen Bandgeschichte mit Mister Mike Howe am Mikrofon. Geändert hat sich gegenüber dem Vorgängeralbum nur wenig und so knüpft der neue Output im Grunde genommen nahtlos, an das vorherige Werk an. Das Gespür für fein ausgearbeitetes Songwriting ist dieser Truppe nicht abhanden gekommen und somit auch auf diesem Album an allen Ecken und Enden präsent.

Die Ansprüche der Fans sind, basierend auf der erfolgreichen Vergangenheit, natürlich nach wie vor recht hoch. Der traditionelle, aber auch vereinzelt leicht speedige Heavy Metal der Formation aus Seattle, kommt jedoch insgesamt ohne große Überraschungen aus und bietet eher gutes, solides Handwerk. Achtbare Songs, wie beispielsweise der Titeltrack „Damned If You Do“, das eingängig-melodische „Revolution Underway“, der rifflastige Nackenbrecher „Rot Away“ oder das fein ausgearbeitete „Out Of Balance“, stehen hier direkt neben eher unspektakulärem Füllmaterial. Der große Trumpf der Amerikaner ist aber nach wie vor deren Eigenständigkeit. Selbst über so manches eher mittelmäßige Lied thront letztendlich dieser imposante und unverwechselbare Gesang, welcher die Platte dann doch deutlich aus der Masse herausragen lässt. Außerdem stellt sich Gitarrist und Bandkopf Kurdt Vanderhoof ,mit seinem treffsicheren Spiel einmal mehr als der große Rückhalt der Gruppe heraus. Somit bleibt nur zu sagen, dass die Fassade der Metal Kirche nach wie vor gut in Schuss ist und alle Kirchgänger darauf den (standesgemäß mit Messwein) gefüllten Kelch heben sollten. Auf ein inzwischen volles dutzend Studioalben dieser überaus wichtigen Band!

Note: 8 von 10 Punkten
Autor: Dirk Determann


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