Daniel: HELL-ö nochmal, Sacerdos Magus! Erzähl uns doch zunächst von der Idee zu Candelabrum! Wann startete dieses Projekt?
Sacerdos Magus: Grüß Dich, Daniel! Einmal mehr ist es mir eine Ehre, dieses Interview für das Crossfire Webzine zu beantworten. Nun ja, Candelabrum wurden letztes Jahr, 2025, aus der Taufe gehoben (nachdem ich 27 Jahre lang mit meinem Hauptprojekt Antiquus Scriptum verbracht hatte), um meinem Wunsch nachzugehen, ein Doom-/Melodic Death Metal-Projekt ins Leben zu rufen. Also fragte ich Norberk, einen Freund aus Russland,der ein Multiinstrumentalist und ein großer Doom Metal-Fan ist, die instrumentalen Passagen für dieses Projekt zu übernehmen. Und so kam alles ins Rollen. Ich würde sagen, Candelabrum ist ein Projekt, dass die alten Zeiten der Doom-/Melodic Death Metal-Bewegung wieder aufleben lässt, nämlich die Neunziger, die wir sehnlichst vermissen.Das ist definitriv unser Auftrag!
Daniel: Es gibt tatsächlich noch eine (Black Metal) Band aus Portugal, die Candelabrum heißt. Sie hat seit 2016 vier Alben veröffentlicht. Hast Du das gewusst? Und kam es da schon mal zu Verwechslungen?
Sacerdos Magus: Ja, die gibt es in der Tat. Sie spielen Raw Black Metal. Nein, ich wusste das vorher nicht. Erst als Paulo Vieira, unser Produzent, mich darüber informierte, habe ich davon erfahren. Da waren der Name, das Logo und das Artwork aber schon fertig und das Album bereits angekündigt. Ich wollte deswegen aber nicht alles über den Haufen werfen und tue das immer noch nicht! Der Name für mein Projekt wurde inspiriert durch ein mexikanisches Metal Festival in Léon, das Candelabrum Metal Fest. Und ich fand, dass das ein passender Name für ein Doom-/Death-Projekt wäre. Identische Bandnamen kommen häufig vor, auch innerhalb eines Landes. Ich änder den Namen aber nicht. Sie spielen Black Metal, wir nicht. Sie waren vorher da, okay... Aber meine Candelabrum unterscheiden sich doch gravierend von den anderen.
Daniel: Du spielst mit Antiquus Scriptum viele verschiedene Stile. Du hättest doch auch noch ein kurzes Doom-/Death-Intermezzo unter dem Banner starten können, haha! Wo liegen also genau die Unterschiede zwischen Antiquus Scriptum und Candelabrum, sowohl musikalisch als auch textlich?
Sacerdos Magus: Hehe...Nein, Doom Metal habe ich mit Antiquus Scriptum tatsächlich noch nicht gemacht, haha! Candelabrum separat zu betreiben, macht also schon Sinn. Es sollte schon eine andere Band sein, denn die Einflüsse von Candelabrum wirst Du so bei Antiquus Scriptum nicht finden. Deshalb laufen beide parallel. Aber es stimmt natürlich schon, dass ich bei Antiquus Scriptum häufig weit über den Tellerrand hinausschaue.
Daniel: Sind denn dieses Mal auch andere Musiker mit involviert? Oder handelt es sich bei Candelabrum auch nur um ein weiteres Soloprojekt von Dir?
Sacerdos Magus: Ja, wie gesagt: Mein russischer Freund Norberk kümmert sich um die Musik, und ich schreibe die Texte und bin für die Gesangslinien und Samples verantwortlich. Candelabrum sind also ein internationales Projekt aus Portugal und Russland. Das trifft allerdings mittlerweile auch auf Antiquus Scriptum zu. Wir machen alles zusammen; zwar auf Distanz, aber das ist ja heute durch das Internet gar kein Problem mehr.
Daniel: Wirst Du mit Candelabrum denn auch live spielen? Oder bleibt es auch hier bei reiner Studio-Arbeit?
Sacerdos Magus: Genau aus diesem Grund werden wir auch nicht live spielen: Die Distanz zwischen Portugal und Russland ist einfach zu groß. Diese beiden Projekte werden sich immer nur auf das Studio beschränken.
Daniel: Soweit ich weiß, gibt es Euer bisher einziges Album „Lacrima Christi“ auch wieder nur digital. Gibt es denn Pläne, dies zu ändern?
Sacerdos Magus: Ja. Bisher wurde es nur bei Youtube hochgeladen, aber es kommt Ende März eine Digipack-CD über Romantic Songs Records und wird auf hundert Exemplare limitiert sein. Es wird dieses Mal also wieder eine physische Version geben!
Daniel: Da ich ein großer Fan von Death-/Doom Metal aus den Neunzigern bin, würde ich mir die CD auch gerne in die eigene Sammlung stellen! Was hältst Du denn im Gegenzug von dem ganzen modernen Kram wie Downloads oder Streamings? Ist es für einen alt eingesessenen Musiker, wie Du es bist, nicht viel schöner, einen richtigen Tonträger in den Händen zu halten?
Sacerdos Magus: Na ja, was mich angeht, habe ich gerade mit Antiquus Scriptum schon sehr viel digital veröffentlicht, was meistens daran lag, dass ich kein geeignetes Label dafür gefunden habe. Natürlich finde ich physische Tonträger auch viel schöner. Ich kann Bands aber nicht dafür kritisieren, wenn sie ihre Musik nur digital veröffentlichen. Manchmal ist das eben der einzige Weg, um seine Musik rauszubringen. Denn ganz ohne Veröffentlichungen würde eine Band gar keinen Sinn machen.
Daniel: Wie lange hat es denn gedauert, die Songs für Candelabrum zu schreiben und aufzunehmen?
Sacerdos Magus: Die Songs auf „Lacrima Christii" hatte Norberk bereits geschrieben, waren jedoch noch nicht komplett fertig, und wurden erst für das Album wirklich vollendet. Dazu kamen dann natürlich noch meine Texte. Die Piano-Zwischenstücke stammen wiederum von ihm. Hinzu kamen noch die Coversongs von My Dying Bride und Katatonia, die wir aber erst später aufgenommen hatten. Norberk hatte sie schon früher geschrieben und erst danach für Candelabrum angepasst. Alles in allem, würde s insgesamt etwa ein Jahr gedauert haben, bis alles fettig war.
Daniel: Habt Ihr denn wieder in Euren Heimstudios aufgenommen? Oder seid Ihr dieses Mal in ein anderes Studio gegangen, frei unter dem Motto „Anderes Projekt – anderes Studio“?
Sacerdos Magus: Nein, es waren dasselbe Studio und derselbe Produzent, Paulo Vieira („Paulão"). Norberk hat natürlich alles bei sich in Russland aufgenommen und mir alles geschickt. Den Rest habe ich dann im Brugo Studio in Lissabon gemacht. Gemischt hat es dann am Ende Paulo in seinem Mosh Pit Studio in Amora, Portugal, so wie bei Antiquus Scriptum auch.
Daniel: Gibt es denn überhaupt noch Zukuftspläne mit Candelabrum? Oder war das eine einmalige Sache?
Sacerdos Magus: Nein, nein! Wir arbeiten schon am nächsten Album, das vorraussichtlich 2027 erscheinen soll. Es wird „The Enchanted Opera" heißen und wird noch ein paar mehr Elemente, neben Gothic und Doom, haben, zum Beispiel Violinen, Flöten oder Cembalo, die es so auf unserem ersten Album noch nicht gab. Es wird also keine Eintagsfliege sein!
Daniel: Hast Du denn noch weitere Projekte geplant, von denen wir noch nichts wissen? Oder wird es erstmal bei Antiquus Scriptum, Fangorn und Candelabrum bleiben?
Sacerdos Magus: Ja, neben Antiquus Scriptum (Black-/Thrash Metal), Fangorn (Dark Ambient/Medieval Folk) und Candelabrum (Doom-/Melodic Death Metal) habe ich noch ein Pagan-/Black Metal-Projekt namens Enchanted Forest, wo ich mich lediglich in schwarzmetallischen Gefilden aufhalten werde. Denn Antiquus Scriptum sind haben sich immer mehr in Richtung Thrash Metal entwickelt, und das wird auch so bleiben. Aber Pagan-/Black Metal liebe ich immer noch und werde es eben mit Enchanted Forest ausleben.
Daniel: Na gut, Sacerdos Magus! Dann gebührt Dir noch das Schlusswort!
Sacerdos Magus:Ja gut, dann danke ich Dir einmal mehr für Deine Unterstützung! An die Leute da draußen: Helft den Bands und Projektne, die Ihr mögt! Unterstützt sie, wo Ihr nur könnt! Denn Musiker sind so sehr auf Euch alle angewiesen! Steht auf der Seite von Frieden und Toleranz, und seid nett zueinander! Hass und Intoleranz haben viel zu großen Einfluss auf die Gesellschaft. Ich wünsche Euch, Dir, Daniel, und dem Crossfire Webzine alles Gute! Ein Hoch auf Euch alle!












































